Gedenken in Lack
Dieses Designlackierungsprojekt für Valtinke Logistic trägt ein Thema, das schwer ist – und gerade deshalb nicht übergangen werden darf. Der Erste Weltkrieg steht für unermessliches Leid, für Verlust, für eine Zeit, in der Menschlichkeit zu oft in den Hintergrund geriet. In der heutigen Welt, in der Krieg wieder spürbar näher rückt, ist der Umgang mit solchen Motiven besonders sensibel.
Während der Umsetzung dieses Projekts habe ich oft innegehalten. Es war kein gewöhnlicher Gestaltungsprozess, sondern einer, der Respekt, Zurückhaltung und Verantwortung verlangt hat. Die Emotionen reichten von Nachdenklichkeit bis zu einer stillen Schwere. Mir war es wichtig, dass jedes eingesetzte Element originalgetreu ist – nicht aus ästhetischem Selbstzweck, sondern aus Achtung vor der Geschichte und den Menschen, die sie erlebt haben. Nichts sollte verherrlichen, nichts dramatisieren. Vielmehr sollte das Design erinnern.
Ich verstehe diese Arbeit nicht als Darstellung von Krieg, sondern als Mahnmal. Als leisen Hinweis darauf, wohin Gewalt führt – und wie wertvoll Frieden ist. Gestaltung kann keine Geschichte ungeschehen machen, aber sie kann dazu beitragen, dass wir uns erinnern, reflektieren und miteinander ins Gespräch kommen.
Vielleicht liegt unser gemeinsamer Beitrag zu mehr Frieden genau dort: im bewussten Hinschauen, im respektvollen Umgang mit Vergangenheit und Gegenwart und im gegenseitigen Verständnis. Wenn wir nicht vergessen, was Krieg bedeutet, wächst die Chance, ihn nicht zu wiederholen.




